Auf dem E11 von Strausberg nach Lebus

DSC04736Der Herrentag – traditionell der Tag im Frühjahr, an dem es den männlichen Teil der Bevölkerung “in die Natur” zieht.  So auch uns, jedoch nicht, um an einer der feucht-fröhlichen Begegnungen unserer “Spezies” teilzunehmen, sondern um wieder einmal auf Tuchfühlung mit der Brandenburger Landschaft zu gehen. Drei Tage lang wollten wir den E11 bewandern. Startpunkt Strausberg – Ziel offen

Natürlich wollten wir ganz nebenbei auch Kartenmaterial testen. In unsere Auswahl hatte es geschafft: die Wander- und Radkarte Südliches Märkisches Oderland im Maßstab 1: 50 000 von Kompass. Die Entscheidung war einfach, denn als einzige Karte bildet sie die Strecke zwischen Strausberg und Frankfurt / Oder komplett ab.

Etappe 1: Strausberg – Münchehofe

Start: ca. 10:45 Strausberg
Ziel: ca. 17:15 Münchehofe (b. Müncheberg)
Entfernung: ca. 23 km

DSC04722Unsere 1 Etappe startet an der Unterführung der S-Bahn-Strecke in der Nähe des Bahnhofs Hegermühle. Rechts vorbei an der Südspitze des Herrensees geht es zunächst auf einem Radweg, später auf einem Waldweg durch die Gartensiedlung von Rehfelde bis nach Garzau. Der Ort ist in den letzten Jahren durch die Wiederherstellung der Pyramide im Schmettauschen Landschaftsgarten bekannt geworden.

DSC04742Ein kurzes Stück nach Garzau biegt ein schöner Feldsteinweg rechts ab und führt bis zu dem kleinen Vorwerk Anitz. Hinter Anitz folgt man einem Waldweg, um nach einigen Kilometern auf die Niederung des Roten Luchs zu treffen. Am Luchrand geht es dann nördlich in Richtung Waldsieversdorf, dass jedoch nach Überschreiten der B 168 rechts liegen gelassen wird. Ein etwas unscheinbarer Waldwirtschaftsweg führt bis zum malerisch am Abendrothsee gelegenen Ortseingang von Buckow. Kurz vor der Jugendherberge Buckow führt ein Weg rechts am Weißen See und dann am Schermützelsee entlang um dann auf das bekannte Brecht-Weigel-Haus und damit auf die Ausläufer von Buckows zu treffen. Man erreicht eine Anhöhe und blickt von dort auf das von drei Seen umgebene Städtchen Buckow herab. Im Stadtkern verleitet uns das Gasthaus Stobbermühle nur zu einer ausgiebigen Rast. Denn unser Tagesziel ist noch nicht erreicht.

DSC04760Durch den Ort hindurch, vorbei an Hotel & Restaurant Bergschlösschen verlassen wir den Ort und legen, vorbei am Besucherzentrum Dreieichen, noch einige Kilometer und Höhenmeter bis nach Münchehofe zurück, wo wir in der Jugendherberge einchecken. Wir erhalten Abendbrot, ein einfaches Zimmer und sind nach einem reichhaltigen Frühstück am nächsten Morgen für die nächste Etappe bereit.

Etappe 2: Münchehofe – Seelow

Start: ca. 9:30 Uhr Münchehofe
Ziel: ca. 16:45 Uhr Seelow
Entfernung: ca. 22 km

Unsere zweite Etappe beginnt direkt hinter der Jugendherberge von Münchehofe. Laut Karte führt der E11 nach Hermersdorf. Als wir auf dem Dorfanger unsere Karte mit der dort angebrachten Orientierungskarte vergleichen, erleben wir eine Überraschung: der E11 scheint nach gar nicht über Hermersdorf zu führen. Die korrekten Angaben können wir nicht prüfen, daher verfolgen wir “unseren” Weg weiter und nehmen kurz vor dem Ortsausgang den “Marxwalder Weg”. Dieser im ersten Teil mit schönen Obstbäumen bestandene Weg führt natürlich nicht nach “Marxwalde”, sondern nach Neuhardenberg, auf dem letzten Teil freilich über eine mehr als unromantische Zufahrt einer ehemaligen LPG.

Die Strecke führt durch den langgestreckten Ort, am berühmten Schloss- und Kirchenensemble vorbei und biegt, wie in der Karte vorgesehen, nach links ab. Nur nach wenigen Schritten befindet man sich in typischer Oderbruch-Landschaft: landwirtschaftliche Flächen so weit das Auge reicht, unterbrochen nur von fernen Baumreihen.

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Nach einer gehörigen Wegstrecke erreichen wir Platkow, einen Ort der u.a. auch ein Heimatmuseum beherbergt. Nach einem  Imbiss in einer kleinen Landfleischerei am Ortsende begleitet uns die B 167 nach Gusow. Der kleine Ort hat sich wohl Dank der touristischen Aufmerksamkeit für Schloss Gusow einige Infrastruktur bewahrt. Mehrere Restaurants, Geschäfte und einige Dienstleister gibt es hier noch.

DSC04786Weiter in Richtung Seelow stößt man bald auf den Höhenzug der Seelower Höhen. Immer links an deren Rand entlang nähern wir uns langsam dem Dorf Werbig, müssen jedoch vor einem Regenschauer unter der alten “Derfflinger Eiche” Schutz suchen. Nach zwei Bahndamm-Unterquerungen ist der E11 kaum noch ausgeschildert, wir erreichen jedoch bald am Bahnhof Seelow die “alte” Bundesstraße 1 und beenden unsere Etappe.
Dank der Stadtinformation Seelow wird uns ein einfaches Privatquartier zur Übernachtung vermittelt. Damit haben wir Glück, denn die Kunst-Loose-Tage im Oderbruch haben an diesem Wochenende für eine außerordentlich gute Betten-Auslastung in Seelow gesorgt.

Etappe 3: Seelow – Lebus

Start: ca. 8:30 Uhr Seelow
Ziel: ca. 17.00 Uhr Lebus
Entfernung: ca. 30 km

DSC04790Nachdem das Wetter am vorangegangenen Tag doch recht “durchwachsen” war, begrüßt uns beim Blick aus dem Herbergs-Dachfenster heute ein herrlicher Sonnen-Morgen. Nach einem Frühstück in einem Bäcker-Café am Seelower Marktplatz beginnen wir unsere dritte Etappe kurz nach der Gedenkstätte Seelower Höhen. Hier biegt der E11 in Richtung Süden ab und führt zunächst unterhalb, später oberhalb der Seelower Höhen entlang. Diese Strecke zählt zu den landschaftlich schönsten Abschnitten unserer Tour.

DSC04799Östlich von Dolgelin, an der L 332, geht es nun mitten ins Oderbruch. Rechts und links weite Felder, führt der Wanderweg die Chaussee entlang, die jedoch über einen unbefestigten Randstreifen und somit wanderfreundlichen Untergrund verfügt. Wir passieren Sachsendorf sowie Rathstock und erreichen gegen 14.00 Uhr Reitwein. Nach einer ausgedehnten Rast im Gasthaus “Zum Reitweiner Sporn” geht es nun auf dem Kamm diese Höhenzuges entlang. Die jahrhundertealte Küstrin-Frankfurter Handelsstraße hat im Hang des Sporns tiefe Hohlwege hinterlassen – auf der Hochfläche kann man an einzelnen Stellen endlich auch die Oder erspähen.

DSC04829Über Wuhden und Klessin führt der Weg unmerklich talabwärts. Gegen 17.00 Uhr erreichen wir das Ortszentrum von Lebus, gerade noch rechtzeitig für den Bus nach Gorgast und die Anschlussbahn nach Strausberg-Vorstadt.

 

2 Kommentare

    • admin sagte:

      Ja, in Lebus geht man direkt bis zur Oder hinunter, biegt dann nach links in die Kietzer Straße ein und folgt dann dem Lauf der Alten Oder – rechts befinden sich dann die Röschen-Hänge … Leider war wir mit Ende Mai schon viel zu spät, aber irgendwann wird es schon noch klappen.
      Viele Grüße!

      3. Januar 2014
      Antworten

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