Potsdam

Es war schon ein zweifelhaftes Geschenk, das Kaiser Otto III. 993 mit der Burg "Poztupimi" seiner Tante Mathilde, der Äbtissin von Quedlinburg, machte - immerhin gehörte ihm die Burg praktisch gar nicht. Dennoch, diese erste Erwähnung des späteren Potsdam in der Schenkungsurkunde gilt heute als "Geburtsurkunde" und nicht zuletzt - knapp 1000 Jahre später, 1990, wurden die Schlösser und Gärten der Stadt in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. "Sanssouci", "Friedrich II.", "Lenné" - Stichworte, die lange nicht ausreichen, aber dennoch einen guten Teil der Prägung beschreiben, die die "kleine, feine Schwester von Berlin" von fast jedem der preussischen Könige erhielt. Der Große Kurfürst war es, der Potsdam zur zweiten Residenz machte, ersten Einfluß auf Stadt- und Landschaftsgestaltung nahm und der Stadt seine "holländische Facette" hinterließ. Zur Garnisonsstadt wurde Potsdam unter dem Soldatenkönig, wurde erweitert und zu einer der größten der märkischen Städte. Friedrich II. wählte Potsdam zu seiner Lieblingsresidenz und machte es durch seine dauerhaften Aufenthalt und seine elegante Hofhaltung zu einer Stadt europäischer Bedeutung. Das "preussische Arkadien", die italienisch-romantische Ausgestaltung der Potsdamer Umgebung schließlich war die Schöpfung des "Romantikers auf dem Thron" Friedrich Wilhelms IV. Heute bereitet der Umgang mit dem - auch mit tiefen Wunden versehenen - historische Erbe der Landeshauptstadt und die Nähe zur Metropole Berlin den Stadtvätern mitunter Kopfzerbrechen. Den Liebhabern von "sichtbarer Historie", Kunst und Kultur ist Potsdam jedoch immer einen Besuch wert.



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