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Die Mark, wo sie am märkischsten ist ISBN / EAN: 9783371003962
 
Die Mark, wo sie am märkischsten ist
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  Moritz Heimann, Günter de Bruyn (Autor/en)
  Die Mark, wo sie am märkischsten ist
  Novellen und Betrachtungen
   
Verlag: Morgenbuch
Erscheinungsjahr: 1996
Titelart: Buch
Einband: gebunden
Seitenzahl: 244
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Aus dem Nachwort:
Die Verehrung, die man Heimann entgegenbrachte, galt auch dem Harmonischen seines Wesens. Er hatte die Fähigkeit, Verschiedenartiges ohne Widerstreit in sich zu vereinen. So wie er gleichzeitig Lektor und Autor war, so war er auch Jude und Deutscher, und zwar einer preussischen Prägung; und in dem Großstädter lebte zeitlebens ein Mann vom Land. Dieses Kreisen um zwei Mittelpunkte, wie er das nannte, hatte für ihn nicht Zwiespältiges; es war bereichernd und produktiv. Die jüdische Problematik, und zwar sowohl die jüdisch-christliche als auch die zionistische, hat er mehrfach tiefgründig betrachtet, und die nie abreißende Beziehung des Großstädters zu seiner märkischen Heimat in manchen Essays und in den besten seiner Erzählungen deutlich. Nicht nur sein eignes Leben und das der Dorfleute, sonders auch Kiefernwälder, Sandwege und Seen wirken mit.
Heimann war kein Kenner der Mark, wie wir ihn exemplarisch in Fontane vor Augen haben. Er kannte wahrscheinlich wenig von ihr und wenig von ihrer Geschichte; als politisches und geographisches Gebilde hat sie ihn wohl kaum interessiert. Während Fontane, wenn er Details beschrieb, immer das historische Ganze im Sinn hatte, war Heimanns Blick punktuell gerichtet: auf das eine Dorf, in dem er zwar nicht lebte, aber doch zeitlebens zu Haus war. Das aber lernen wir sehr genau kennen, mit seiner sandigen Straße, in die die Fuhrwerke der Bauern Geleise drücken, mit Heimanns Haus vor der Kirche, der Schule dahinter, mit der Schmiede, die die Äste der alten Kastanie beschatten, mit den Kiefernforsten, die es umgehen, den beiden Seen, die es flankieren, und mit dem Friedhof, der etwas außerhalb liegt. Auch die engere Umgebung tritt in Erscheinung: ein Flüßchen, das sich durch die Wälder schlängelt, ein Industrieort, der die Landschaft verändert, ein Städtchen mit Wehranlagen des Mittelalters - damit ist die Heimatwelt aber auch schon zu Ende. Und doch wird damit das Wesen der Mark erfaßt.
(Günter de Bruyn, Nachwort, Kap. 3)


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