Sybille Gramlich, Andreas Bernhard, Andreas Cante, Irmelin Küttner (Autor/en)

Denkmale in Brandenburg. Stadt Frankfurt (Oder)

Verlagsinfo:
Frankfurt war bereits im Mittelalter eine bedeutende Handelsstadt im Wirkungskreis der Hanse. Das mittelalterliche Rathaus und die Marienkirche mit einem der frühesten Hallenumgangschöre der Backsteingotik bezeugen die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt. Die berühmten Kirchenfenster des 14. Jh. aus St. Marien sind jüngst aus Russland zurückgekehrt und müssen nun vor ihrem Einbau restauriert werden.
1506 erfolgte in Frankfurt die Gründung der kurbrandenburgischen Landesuniversität. Der Kurfürst unterhielt hier ein repräsentatives Quartier, das so genannte Kurfürstliche oder Junkerhaus, dessen reiche Stuckdecken aus der Zeit um 1700 zu den wichtigsten im Land Brandenburg gehören. Es beherbergt heute das Museum Viadrina. Während der einst überaus reiche historische Baubestand im Stadtzentrum weitgehend untergegangen ist, besitzen die Gubener und die Lebuser Vorstadt eine bislang noch wenig beachtete, da kaum bekannte Vielfalt historischer Bauten. Nach Entwürfen von Peter Joseph Lenné wurde die mittelalterliche Stadtbefestigung in einen der frühesten bürgerlichen Stadtparks in Deutschland umgestaltet. Auf der höher gelegenen Ebene entstand ab 1870 der Stadtteil Altberesinchen mit seinen nach jahrzehntelanger Vernachlässigung in den letzten Jahren instandgesetzten Mietshäusern. Die großen, um 1900 errichteten Gebäudekomplexe des ehemaligen Regierungspräsidiums, heute Sitz der 1991 neugegründeten Universität Viadrina, sowie die Hauptpost verdeutlichen Frankfurts Bedeutung als Sitz des gleichnamigen preußischen Regierungspräsidiums. Kaum bekannt sind die genossenschaftlichen Wohnanlagen der Zwanziger Jahre in der Nuhnen-Vorstadt, deren Zentrum die in der Tradition der Gartenstadtbewegung stehende Paulinenhofsiedlung des Architekten Martin Kießling bildet. In den Zwanziger Jahren entstanden anspruchsvolle Schulgebäudekomplexe der Klassischen Moderne: die Pädagogische Akademie, die Mädchenberufsschule und der Neubau der Baugewerkeschule sowie die ungewöhnlich aufwendig ausgestattete Hindenburg-, heute August-Bebel-Schule. Nicht zuletzt entstand mit dem Musikheim eines der Hauptwerke des Architekten Otto Bartning.Der Band behandelt den Denkmalbestand der Altstadt, der Mühleninsel, der Neustadt und des Industrieviertels Ostrow, der inneren Spremberger Vorstadt, der westlichen Stadterweiterung, der Luckauer Vorstadt (heute »Stadtpromenade«) sowie Brunschwigs. Der Grundriss der in der 1. Hälfte des 13. Jh. angelegten, umwehrten Stadt ist bis heute erhalten. Zu den wenigen architektonischen Zeugnissen aus dem Mittelalter gehören die Stadtkirche St. Nikolai, die ehemalige Franziskanerkirche, der Spremberger- und der Schlossturm sowie Fragmente der Stadtmauer. Aus der barocken Wiederaufbauphase nach dem Stadtbrand von 1671 sind ebenfalls nur noch einige Gebäude erhalten. Mit der Anlage der Neustadt ab 1730 und der Vorstädte im 18. Jh. begann die Stadt über ihre mittelalterlichen Grenzen hinaus zu wachsen. Durch die Industrialisierung der Tuchfabrikation erlebte sie ab 1830/40 einen gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung und entwickelte sich um 1900 zu einem der bedeutendsten Tuchproduktionsstandorte Deutschlands und wurde zum wirtschaftlichen, militärischen und administrativen Zentrum der Niederlausitz. Die damit verbundene erhebliche Ausdehnung der Stadt hatte seit den 1880er Jahren eine enorme Verstärkung der Bautätigkeit zur Folge. So bildet der vielschichtige Denkmalbestand aus dem 19. und frühen 20. Jh. einen Schwerpunkt dieses ersten Bandes, der die noch wenig bekannte Mietwohnhaus- und Villenarchitektur, die zahlreichen Schul-, Verwaltungs- und Kulturbauten bis hin zu Parkanlagen vorstellt. Darunter finden sich gut erhaltene Bauten fast aller zeitgenössischer Stilrichtungen, vor allem bemerkenswerte Beispiele des Jugendstils. Auch jene zahlreichen Zeugnisse der Gewerbe- und Industriearchitektur, die die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt eindrucksvoll dokumentieren werden erstmals umfangreicher gewürdigt. In den 1920er Jahren erlebte Cottbus eine weitere Blüte der Baukultur, für die die sogenannte Bauhausschule und das ehemalige Dieselkraftwerk stellvertretend genannt seien. Einen weiteren Schwerpunkt des Bandes bilden die »Stadtpromenade« das in den 1960/70er Jahren direkt westlich der Altstadt errichtete neue, sozialistische Stadtzentrum.
Denkmale in Brandenburg. Stadt Frankfurt (Oder)

Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland

Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (Herausgeber)

Verlag: Wernersche Verlagsgesellschaft 2003

Titelart: Buch

Titelgruppe: Text-Bild-Band

Einband: gebunden

Seitenzahl: 414

Art.Nr.: 9783884621905

 

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