Hanna C. Bergmann (Autor/en)

Potsdamer Ganoven. Kriminalroman

Aus der Redaktion

1924. Es herrscht eisige Winterkälte in Potsdam. Der Postbote Theodor Berwalt findet am Stadtkanal die Leiche eines Mannes. Doch die Polizei nimmt seine Meldung anders auf, als erwartet. Sie verdächtigt ihn, den Mord selbst begangen zu haben. Zusammen mit seiner Freundin Gisela, die Stenotypistin im Polizeipräsidium ist, beginnt er selbst Nachforschungen anzustellen, um sich vom Tatverdacht zu befreien ... - Der Auftakt einer Krimireihe um ein ungewöhnliches Ermittlerduo.

Die Autorin im Gespräch

Frau Bergmann, Sie haben bisher Krimis veröffentlicht, die in einer ganz anderen Region Deutschlands spielen. Wie kam es dazu, dass Sie nun mit einer Krimi-Reihe beginnen, die in Potsdam spielt?

Aufgrund meiner Familiengeschichte war Potsdam immer ein Sehnsuchtsort für mich. Seit einigen Jahren besuche ich diese spannende Stadt nun regelmäßig, meist sogar zweimal im Jahr. Während eines Aufenthaltes hatte ich das Manuskript meines zeitgeschichtlichen Romans „Domschattenträume“, der in den 1920er-Jahren spielt, im Gepäck, um es zu überarbeiten. Als ich durch die Straßen von Potsdam lief, fragte ich mich, wie es wohl in diesen vermeintlich so goldenen Zeiten hier ausgesehen haben mag. Da war eigentlich bereits die Idee zu einem Roman geboren. Die meisten Romane, die diese Zeitstellung thematisieren, sind in Berlin angesiedelt, was die Sache für mich noch aufregender machte, denn ich liebe es, zu recherchieren und Neues zu entdecken. Ich beschäftigte mich fortan sehr intensiv mit diesem Teil der Potsdamer Geschichte.

Bücher, die an bekannten Örtlichkeiten spielen, erfordern - ganz gleich ob Romane oder Krimis - immer ziemlich genaue Recherchen. Wie sind Sie dabei vorgegangen?

Die Recherchen zu meinen zeitgeschichtlichen Romanen dauern in der Regel wesentlich länger, als der eigentliche Schreibprozess, da ich nicht nur eine Kulisse erschaffen, sondern Details zutreffend darstellen möchte. Dazu gehören auch geschichtliche Ereignisse, aber auch Anekdoten. Ich besorgte mir alte Adressbücher, Reiseführer aus den 1920er-Jahren, las mich in die Themen ein, die eine Rolle spielen, befragte Fachleute, besuchte Museen und Sammlungen, wie zuletzt die Ausstellung „Umkämpfte Wege der Moderne“ im Potsdam Museum. Ich lief jeden der im Krimi beschriebenen Wege nach, mit einem alten Stadtplan in der Hand, um ein Gespür für das Lebensgefühl der Menschen damals zu bekommen. Erst dann konnte ich wirklich mit dem Schreiben beginnen.

Das Buch spielt 1924, kurz nach der Hyperinflation in Deutschland. Was macht diese Zeit für Sie besonders spannend?

Für Potsdam ist der Bruch mit der Geschichte nach dem ersten Weltkrieg, der damals der Große Krieg genannt wurde, besonders deutlich. Die Garnisonsstadt gab es nicht mehr. Der Kaiser hatte abgedankt. Wie arrangierten sich die Menschen, fragte ich mich. In den Adressbüchern finden sich viele Witwen, die Frauen standen also oft alleine da. Altes und neues Denken wollten in vielen Fällen nicht so richtig zusammenpassen. Und dann war plötzlich zu spüren, dass sich etwas ändern würde. Es begann den Menschen besser zu gehen, aber längst nicht jeder konnte es sich leisten, ins Theater oder ins Kino zu gehen. Für meinen Krimi war es – aus heutiger Sicht – eine Herausforderung, die Menschen z.B. bei den Ermittlungen in Verbindung zu bringen. Wie nahm man zueinander Kontakt auf? Es gab ja noch nicht einmal in jedem Haus ein Telefon …

Vielen Dank, Frau Bergmann,  für die spannenden Einblicke in Ihre Arbeistweise!

 

Potsdamer Ganoven. Kriminalroman

Verlag: Gmeiner-Verlag 2019

Titelart: Bücher

Einband: paperback

Seitenzahl: 309

Format BxH 12x20

Art.Nr.: 9783839224618

 

13,00 EUR

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